Konzeption Sozialer Betreuung

 

1. Grundlagen

 

Entwickelt wurde das Konzept für die Therapie und Behandlung älterer Menschen mit verschiedenen organischen, hirnorganischen und gerontopsychiatrischen Erkrankungen und Beeinträchtigungen. Die Beachtung von Leitsymptomen wie Konzentrations- und Gedächtnisstörungen, soziale Zurückgezogenheit, Passivität und mangelnde physische und psychische Belastbarkeit stehen im Vordergrund unserer Bemühungen.

 

 

 

2.      Zielsetzung der sozialen Betreuung

  • Einbindung in eine soziale Gruppe
  • Förderung der Kommunikation
  • Stärkung der kognitiven Fähigkeiten
  • Förderung der Wahrnehmung
  • Erhalt und Stärkung der körperlichen Beweglichkeit und der Muskelkraft
  • Förderungen des kreativen Gestaltens und schöpferischen Tuns
  • Erinnerungen pflegen
  • persönlichen Kontakt pflegen
  • Kontakte zu Menschen und Tieren fördern
  • Förderung der aktiven Freizeitgestaltung

Die Ziele lassen sich am besten in einer angenehmen und gelösten Atmosphäre erreichen.

 

Im Rahmen eines ganzheitlichen Pflegeverständnisses arbeiten dabei Pflegekräfte und Mitarbeiter der Therapieabteilung zusammen.

 


3.  Vorstellung der Angebote

 

Gedächtnistraining

 

Durch eine gezielte Mischung der Übungen werden die verschiedenen Fähigkeiten wie Konzentration, Wahrnehmung, Erinnerungsvermögen, Denkstrategien, Wortfindung und Formulierung geübt. Dabei sind Freude, Spaß und Interessen der Bewohner von großer Bedeutung und eine Überforderung ist zu vermeiden.

 

Die  Übungen sind meistens einem allgemeinen oder jahreszeitlichen Thema untergeordnet wie: Bäume, Nebel, Adventszeit usw.

 

Verwendet werden einfache Denkfragen z.B. welche Laubbäume gibt es,

  • Wissensfragen z.B.  welcher Fluss fließt durch München
  • Wahrnehmungsübungen z.B. riechen und betrachten von Blumen
  • Erinnerungsfragen wie:  sind Sie als Kind barfuß gelaufen
  • Sprichwörter und Gedichte
  • gemeinsames Singen

 

 

Malen und Zeichnen

 

Freies Malen oder nach Vorlage mit verschieden Farbmitteln wird angeboten. Es ist eine
Möglichkeit die heilsame Wirkung der Farben und des schöpferischen Tuns zu erleben.

 

 

Gymnastik

 

Durch verschiedene auf Senioren ausgerichtete Übungen wird die Beweglichkeit, die Koordination und die Muskelkraft trainiert. Daneben werden Ballspiele und Zielwurfübungen gemacht.

 

Sturzprophylaxegruppe

 

Durch Gleichgewichtsübungen und Krafttraining soll die Sturzgefahr verringert werden.

10 – Minuten – Aktivierung nach Ute Schmidt Hackenberg

Mit Hilfe von Materialien (z.B. Nähmaterial) können Erinnerungen und Gespräche angeregt werden.

 

 

Basteln

 

Wir basteln einfache von den Bewohnern selbst  zu fertigende Gegenstände z.B.
Weihnachtskarten, Fensterbilder, Seidenmaltücher. Dabei werden motorische
Fähigkeiten und die Kreativität gefördert, sowie Erfolgserlebnisse vermittelt.

 

Die Bewohner behalten die Bastelarbeiten und können ihr Zimmer damit dekorieren oder es als Geschenk verwenden.

 

 

Singen

 

Gesungen werden: Volkslieder, Jahreszeitenlieder, Kirchenlieder, alte Schlager usw.

Durch das aktive Singen wird das Langzeitgedächtnis (Texte), aber auch Gefühle und Erinnerungen (Schlager) angeregt. Zudem fördert es die Gemeinschaft und den sozialen Kontakt.

 

 

Spielegruppe

 

Beim Spielenachmittag steht das gesellige Beisammensein im Vordergrund. Verschiedene Spiele stehen zur Verfügung. Der größten Beliebtheit erfreuen sich „Mensch ärgere dich nicht“ und „Schafkopf“.

 

 

Kindergartengruppen

 

In Zusammenarbeit mit zwei Kindergärten finden regelmäßige Besuche der Kinder statt. Zusammen mit den Senioren und Seniorinnen wird gebastelt, gespielt und gesungen. Unsere Bewohnerinnen lieben die Kindergruppen sehr und werden dadurch angeregt sich zu erinnern und auszutauschen.

 

 

Spaziergänge

 

Je nach Witterung wird mit Einzelnen  oder  in Gruppen Spaziergänge unternommen oder sich im Garten aufgehalten. Dadurch wird die Beweglichkeit und Ausdauer beim Gehen gefördert, die Wahrnehmung angeregt (Wind, Sonne, Gerüche), die Abwehrkräfte gestärkt und einfach die Natur genossen.

 

 

Einzelgespräche

 

Bewohner die kein Interesse an den angebotenen Aktivitäten haben werden regelmäßig besucht um einen Kontakt aufzubauen, den Bewohner die Möglichkeit zum Gespräch zu geben und damit Schwierigkeiten, Gefühle, Wünsche und Gedanken zu erfahren.

 

 

Basale Stimulation

 

Je nach Bewohner wird eine basale Waschung, Massage, olfaktorische = Geruchsinn oder akustische Stimulation durchgeführt.

 


Sterbebegleitung

 

Die  Bewohner werden begleitet durch Gespräche, Kontakt, Gebete. (Konzept Sterbebegleitung)
 

 

Backen

 

Neben der Arbeit werden durch den Duft, das Aussehen und den Geschmack des Kuchens vielfältige Anregungen erfahren. Weihnachtsplätzchen oder Osterlamm gehören zum Erleben der jahreszeitlichen Feste.

 

 

Konzerte mit klassischer oder Unterhaltungsmusik, Ausstellungen und Vorträge

 

Es wird vom Haus ein reichhaltiges kulturelles Programm geboten, das auch der Öffentlichkeit zugänglich ist und so Leben und Abwechslung ins Haus bringt.

 

Feste feiern

 

Weihnachtsfeier, Hausfasching usw. werden von den Bewohnern mitgestaltet durch z.B. Singen usw.

 


Ausflüge

 

Regelmäßig finden Ausflüge in die nähere Umgebung statt mit Lokalbesuchen oder Ausstellungen. (Aushang in der Verwaltung)

 

Angebote für Angehörige

 

Das Angebot umfasst Einzelgespräche bzw. mit dem Bewohner  zusammen, Einladungen zu den Festen, Krisengespräche mit der Sozialpädagogin.

 

 

Gruppenangebote  für die Pflegestationen während einer Woche

  • 2x Gedächtnistraining
  • Singgruppe
  • Bastelgruppe 14-tägig
  • Kindergruppe 14-tägig
  • 1x Spielegruppe
  • 4x Gymnastikgruppe
  • 2x Sturzprophylaxegruppe
  • 3x Malgruppe

Informationen zu den Gruppenangeboten

 

Auf jeder Pflegestation hängt ein Wochenplan mit den Terminen und Zeiten der Angebote aus. Änderungen werden an zwei zentralen Informationstafeln angegeben. Weitere Informationen sind der Hauszeitung zu entnehmen. Viele Bewohner werden zu den Gruppen geholt. 

 

 

 

4.      Personelle Besetzung der Therapieabteilung

 

Die Durchführung der Angebote erfolgt durch eine Ergotherapeutinnen, einer Sozialpädagogin, einer Kunsttherapeutin sowie zeitweise einer Praktikantinnen aus Schule oder Weiterbildung und eine Ehrenamtliche Mitarbeiterin.

 

 

 

5.      Soziale Betreuung durch die Pflegemitarbeiter

 

Die Pflegemitarbeiter bieten neben der Grundpflege, einen großen Anteil an der sozialen Betreuung an, wie Bspw.:

  • Basale Stimulation
  • Wohlfühlmassagen
  • Gehübungen
  • 10 -Minutenaktivierung
  • Gespräche
  • Spaziergänge

Ohne diese Mitarbeit wäre die soziale Betreuung in dem Umfang nicht möglich.

 

 

6.      Zusammenarbeit Therapie und Pflege

 

Durch Übergabegespräche, Kurzinformationen und Therapiedokumentation wird jeder auf den aktuellen Stand gehalten. Schwierigkeiten und Lösungsvorschläge werden gemeinsam besprochen.

 

 

7.      Dokumentation

 

Alle Mitarbeiter tragen Betreuung, Besonderheiten, Fort- oder Rückschritte in ein dafür vorgesehenes  Dokumentationsblatt ein.